Ammersee-fischer Informationen für Angelfreunde am Ammersee
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Eine Angler Community mit dem ganz besonderen Biss !


Seine Geschichte


altes Bild
Der Ammersee wird in alten Karten auch als Ambersee bezeichnet. Dieser Name hat seinen Ursprung wahrscheinlich von der heutigen Amper, die bei Stegen am Nordufer den See verläßt und in früheren Zeiten Amber genannt wurde. Andere sprechen auch vom "Bauernsee",- er ist heute Eigentum des Freistaates Bayern, für dessen Verwaltung die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser,Gärten und Seen zuständig ist.

Wer mehr über den Ammersee erfahren möchte, der sollte auch mal bei Wikipedia reinschauen, dort findet man vor allem Informationen was die Eckdaten betrifft: Wikipedia / Ammersee.

Wir wollen aber hier einmal zurückblicken wie die Fischerei am Ammersee früher ausgesehen hat, welche Geschichten man sich erzählt und über Legenden ..



Als vor ca.16.000 Jahren die eiszeitlichen Gletscher zu schmelzen begannen, entstand durch die zurückgebliebenen Seiten- und Endmoränen diese Wasserfläche. Zu Beginn erstreckte sich der Ammersee von Weilheim bis Grafrath ! Zudem im nordöstlichen Gebiet sogar noch bis zum heutigen Pilsensee. Durch die Verlandung allerdings die immer schneller voran geht als Experten befürchteten, wird der Ammersee immer kleiner und hat heute nur noch eine Fläche von ungefähr 47 Quadratkilometer.

Auch die Zuflüsse wie der Ammer im Süden oder der Windach im Noden die mit der Mündung in den See laufend Gesteinsschutt mitbringen, tragen dazu bei, dass der See wohl in 20.000 Jahren gar nicht mehr da sein wird.

Also lasst uns noch bis dahin Angeln gehen :-)

Wie man aus Büchern entnehmen kann, so war auch früher wohl der Wasserstand viel niedriger als heute. Mit der Zeit veränderte sich die Landschaft und natürlich auch der See mit seinen Eigenschaften und der ganzen Fischerei.

Wenn man ein paar Jahre zurückblickt, so um das Jahr 12.Jahrhundert ..so sicherten sich die Klöster in Andechs und Dießen, sowie der Hof in München die Fischereirechte und regelten in einer "Seeordnung" den Fischfang am Ammersee um den klösterlichen Bedarf zu decken. Damals schenkten die Grafen von Andechs dem neu gegründeten Kloster in Dießen die Fischrechte. Das Kloster vergab so genannte "Fischlehen" an die einheimischen Fischer. Ein Fischlehen berechtigte unter Aufgabe von Abgabe zum Fischen im Ammersee. Die Fischer hatten im Gegenzug Abgaben an ihre Lehnsherren zu leisten.

Bis in das 19. Jahrhundert war der größte Teil der Fische aus den oberbayerischen Seen dem Königlich Bayerischen Hofküchenamt vorbehalten. Jeder Fischer war zur Abgabe verpflichtet und so wurden vor allem die edlen Fischarten zu festgelegten Preisen von den "Hof-Fischkäuflern" abgeholt. Wie man aus Büchern entnehmen kann, so war auch früher wohl der Wasserstand viel niedriger als heute. Mit der Zeit veränderte sich die Landschaft und natürlich auch der See mit seinen Eigenschaften und der ganzen Fischerei.

eine grafik Man muss dazu erwähnen, dass Fisch ja damals eher eine arme Leute Essen war oder zumindest so die Denkweise war.
( Heute muss man nur sich nur mal die Preise in den Verkaufsläden anschauen !)

Es war auch so dass die Klöster den Preis festgelegt haben an dem an sie Verkauf werden durfte. Die noch wenigen Fischer am See konnten meist die "minderwertigen" Fische behalten, also meist Weißfische aller Art und die Edelfische konnten sie verkaufen. Damals war vor allem das Fischen mit Reusen noch die wohl üblichste Art um an die Flossenträger zu kommen,- heute sieht man nur noch ganz wenige Berufsfischer die Reusen nutzen ( So zumindest unsere Kenntnisstand), da die Netze viel ergiebiger sind.

Nachdem der Bedarf an Fisch immer größer wurde und auch die wohlhabende Gesellschaft daran erfreute, wuchs später auch die Anzahl der Fischer am See. Bereits um 1550 / 1699 waren es bereits mehr als 300 Fischer die ihr tägliches Brot damit verdienten ! Der Bedarf an Fisch war durch die vielen Fastentage damals enorm. Die Seeordnung regelte den Fang. Die Säkularisation 1803, die Aufhebung der Leibeigenschaft 1817 und die Aufhebung der Zünfte 1849 entließen schließlich alle in den freien Markt, aber nicht in den Reichtum.

Die Zahl der Fischer ging natürlich wieder zurück, da man nur immer rausholte was ging aber damals noch nichts wusste von Fischnachzucht ,Fortbestand der Fische und Besatzmaßnahmen, - zumindest unterlag das nicht den ansässigen Fischern, sondern die Klöster erkannten wohl das übel, dass die Nachfrage an frischen Fisch immer stärker wurde, aber die Erträge aus den Fängen weniger. Heute gibt es noch ca. 23 hauptberufliche Fischer am See die davon Leben bzw. schon mit Bootsverleih und anderen Dingen einen Zusatzerwerb erwirtschaften müssen.


Ende des 17. Jahrhunderts zeichnete sich außerdem ab, dass auf vielen bayerischen Seen zunehmend ungelernte Fischer zugange waren. Der königliche Hof, als auch die ausgebildeten Seenfischer waren deshalb an einem engeren Zusammenschluss interessiert. In der Folge organisierten sich die ausgebildeten Fischer in Zünften, später folgten dann Fischereivereine, die heutigen Fischereigenossenschaften und schließlich auch der Fischerei- Verband Oberbayern mit dem Verband der Berufsfischer & Seenbesitzer. Am Ammersee gibt es keine Gebietsansprüche für die 23 Berufsfischer, die in einer eigenen Genossenschaft vereint sind. Es gilt "Wer zuerst kommt,fischt zuerst."

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Jeder kann seine Netze dort setzen, wo er sich den größten Fang verspricht. Egal, ob er nun mit seinem Boot aus Dießen, Utting, Schondorf oder Herrsching kommt. Eine Genossenschaft legt allerdings präzise fest, wie viele und welche Netze ( Maschenweite ) jeweils eingesetzt werden dürfen. Wahre zeitgenössische Fischerei Urgesteine am See sind heute noch die Familen Ernst und Rauch die auf ein fast 600 jährige Familengeschichte zurückblicken können,- wo findet man noch so etwas ?!


Der See bietet heute dem Hobbyangler wohl noch genügend Fisch um mit Freude an die Sache heranzugehen, aber für die Berufsfischerei sieht es von Jahr zu Jahr immer schlechter aus. Der Fischbestand nimmt immer mehr ab, immer mehr Arten wie Zander, Hecht und Renke, ja sogar schon der Rapfen sind rückläufig.


Es wird zwar versucht mit künstlicher Nachzucht wieder den Bestand aufzubauen, aber dies dauert Jahre und was hilft es, wenn danach wieder alles gleich abgefischt wird bzw. der Kormoran weiterhin viele Jungfische vor der Geschlechsreife fast ausraddiert. Aber das ist ein anderes Thema, wir wollen bei der Geschichte bleiben wie es früher einmal war - in der guten alten Zeit ..


Wer kennt sie noch.. die schöne alte Schwedeninsel ?

Die schöne Schwedeninsel,-wo ist sie geblieben ?

Wie schon in einem Beitrag hier bei ammersee-fischer erwähnt, gab es früher einmal eine kleine Insel im südlichen Bereich am Ammersee. Heute ist es mehr eine Halbinsel und umgeben von Schilf. Die Insel hat es verdient erwähnt zu werden, da sie doch früher als Zufluchtsort für Bewohner in den Kriegszeiten des 17. und 18. Jahrhunderts Krieg diente, so wie später zwischen den Weltkriegen als Ausflugsziel. Ja, schade dass wir das nicht miterleben durften in der guten alten Zeit wo noch ein Cafe auf der Insel war. Es gibt leider wenige Bilder von dem damaligen Zustand und wie die Insel ringsrum von Wasser umgeben war.

Dies hier ist nicht etwa Onkel Tom`s Hütte, sondern ein altes Archiv von einem Postkartenbild von dem Haus dass früher auf dem Eiland stand. Im Jahre 1991 wollte der St. Albaner Fischer Hans Ernst die 1,9 Hektar große Insel, die bis dato einer Frau aus Sylt gehörte, für rund 400 000 Mark erwerben.

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Doch der Freistaat Bayern machte Hans Ernst einen Strich durch die Rechnung und ein Vorkaufsrecht geltend. Begründet wurde dieses Recht damit, dass das Areal seit 1979 Bestandteil des Naturschutzgebiets Ammersee-Südufer ist. In der Folge entzündete sich ein jahrelanger Rechtsstreit.

Es dauerte fast 15 Jahre, bis der Freistaat Eigentümer wurde.
Seitdem ist die Insel in der Obhut der Ammersee-Verwaltung in Stegen. Die Hütte wurde später dann 2008 abgerissen, nachdem trotz Betretungsverbot und Absperrbänder es ein einladender Ort war für Partys und übernachtungen etc. - anhand von leeren Wein u. Bierflaschen vor Ort sowie Kerzenreste war dies erkennbar.

Bei einem Ortstermin mit Vertretern der Naturschutz- und Abfallrechtsbehörde
im Landratsamt sei dann die Entscheidung gefallen, das Haus abzubrechen, ein im Naturschutzgebiet nicht so einfaches Unterfangen.





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Am Ende blieb nur noch ein Haufen Bauschutt auf der Schwedeninsel. Nach dem Abriss befürchteten die Fischer nun, dass der Schutt von der Schwedeninsel bei Hochwasser in den Ammersee treiben würde.

Balken mit rostigen Nägeln, alte Fenster od. Teerpappe würden Ufer und Strandbäder verunreinigen und der ohnehin angeschlagene Schilfbestand gefährden. Nun entstand ein neues Problem. Die Entsorgung aller Baustoffen und der Abtransport !

Deshalb hat man sich dann für einen "naturvertäglichen Rückbau" entschieden. Materialien, die Problemstoffe sind, wie Dachpappe, öfen, Bleche und Kupferdachrinnen wurden mit Booten abtransportiert und zur Deponie nach Hofstetten gebracht. Organische Stoffe wie Holz wurden auf der Schwedeninsel zurückgelassen, diese sollen, so die Vorstellung der Behörden, in den nächsten Jahren verrotten und zuwachsen, so dass am Ende nur noch ein flacher Hügel zurückbleiben werde, sagt der Chef der Ammersee-Verwaltung.




Nach heutigem Kenntnisstand sieht man nur noch recht wenig von allem Ursprung, Die Insel selbst ist wie erwähnt zur Halbinsel geworden und die Wassertiefe ringsrum beträgt nur noch ca. 30 cm. Durch die zunehmende Verlandung am See wird wohl auch irgendwann die Halbinsel als solches verschwinden und mit dem umliegenden Uferbereich verschmelzen..


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